Wirbelsäule

Betrachtet man die Wirbelsäule eines Menschen von der Seite, so fällt auf, dass die einzelnen Wirbelsäulenabschnitte unterschiedlich geformt sind. So ergibt sich der Eindruck einer doppelten S-förmigen Krümmung. Diese spezielle Form der menschlichen Wirbelsäule erfüllt den Zweck, Erschütterungen, die bei aufrechtem Gang naturgemäß auftreten, möglichst gering zu halten und besser zu verteilen. Auf diese Weise wird auch das empfindliche Gehirn vor größeren Erschütterungen bewahrt.

Die Wirbelsäule ist im Alltag ständig Belastungen ausgesetzt. Im Folgenden sind einige Verletzungen aufgelistet, die mit der Zeit auftreten können. Sie erfahren dort alles über die Ursachen und die Behandlungen im gelenkwerk Weiberlenn.



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Wirbelsäule | gelenkwerk Weiberlenn

Unsere Leistungen im Überblick:
Die Wirbelsäule nutzt die Bandscheiben als eine Art Stoßdämpfer zwischen den einzelnen Wirbeln. Diese elastische und wenige Millimeter dicke Scheiben bestehen aus einem dickflüssigen Gallertkern und einem äußeren Faserring. Durch Ihre geringe Durchblutung verlieren die Bandscheiben früh Ihre Elastizität und Festigkeit. Treten Anteile des Gallertkerns durch Risse im Faserring in den Wirbelkanal aus, so spricht man von einem Bandscheibenvorfall. Je nach Größe und Ort des Vorfalles können unterschiedlich schwere Symptome auftreten. Bandscheibenvorfälle können sowohl im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) als auch im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) auftreten. Nackenschmerzen, Schmerzen in Schulter bzw. Schulterblätter, am Arm und in der Hand sind die Folgen bei einem Bandscheibenvorfall an der HWS. Bandscheibenvorfälle im Bereich der LWS können zu starken Rückenschmerzen und schmerzhaften Ausstrahlungen in den Beinen und Füßen führen.
Am Anfang jeder Diagnose steht die Anamnese, also die ausführliche Besprechung der Symptome: Wo tritt der Schmerz auf? Seit wann besteht er? Geht er mit bestimmten Bewegungen einher? Anschließend werden neurologische Untersuchungen vorgenommen, um zu überprüfen welche Nervenwurzel womöglich eingeengt ist. Dadurch erhält der Arzt einen Hinweis darauf, auf welcher Höhe der Bandscheibenvorfall im Bereich der HWS oder LWS aufgetreten ist. Anhand eines Röntgenbildes der Wirbelsäule sieht der Arzt, ob die Höhe der Bandscheiben geschmälert ist. Zusätzlich stehen die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT) zur Verfügung. Diese Verfahren zeigen unter anderem genau an, in welchem Bereich der Wirbelsäule ein Bandscheibenvorfall aufgetreten ist und in welche Richtung sich die Bandscheibe verschoben hat.
Die Behandlung eines Bandscheibenvorfalls wird meist mit konservativen Methoden durchgeführt. Hierzu gehören körperliche Schonung, schmerz- und entzündungshemmende Medikamente sowie krankengymnastische und physikalische Maßnahmen. Handelt es sich um schwerwiegende Beschwerden, werden wirbelsäulennahe Infiltrationen (PRT) eingesetzt. Zeigen konservative Behandlungsmaßnahmen über einen längeren Zeitraum keinen wirksamen Erfolg, ist eine operative Therapie angeraten. Im Falle von Lähmungen sollte zeitnah operativ interveniert werden. Im Vordergrund der operativen Therapie steht die minimalinvasive mikrochirurgische Entfernung des Bandscheibenvorfalls unter Verwendung des Mikroskops. Abhängig vom Befund können auch endoskopische Techniken zum Einsatz kommen.
Rückenschmerzen sind heute eine Volkskrankheit und 85% aller Deutschen klagen über Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule. Diese Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule werden häufig Hexenschuss genannt.
Um chronische Schmerzen zu unterbinden sollte ein Rückenleiden frühzeitig und wirksam behandelt werden. Schon ganz normale Bewegungen, wie das morgendliche Aufstehen aus dem Bett, aber auch plötzliche Überlastungen durch Bücken oder schweres Heben, können einen Hexenschuss auslösen.
Der Hexenschuss, auch Lumbago genannt, erfordert die sorgfältige Diagnose durch den Arzt. Durch eine detaillierte Schilderung, wann die Schmerzen das erste Mal auftauchten, kann der Arzt erste Anzeichen des Rückenleidens interpretieren. Der Arzt fragt unter anderem, an welcher Stelle die Schmerzen genau auftreten und ob sie ins Gesäß oder ins Bein ausstrahlen. Für die Diagnose eines akuten Hexenschusses ist es zudem wichtig, das Gefühlsempfinden im Lendenwirbelbereich und in den Beinen sowie die Bewegungsfähigkeit und die Reflexe zu überprüfen. Um bei einem Hexenschuss die gezielte Diagnose stellen zu können, sind gegebenenfalls weitere Untersuchungen sinnvoll:

  • Röntgenuntersuchung
  • Computertomographie (CT)
  • Kernspintomographie (MRT)
  • Ultraschalluntersuchungen (Sonographie)
  • Blutuntersuchungen
  • Untersuchung der Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit
Wichtigstes Ziel in der Behandlung eines Hexenschusses ist, dass der Betroffene schnell wieder schmerzfrei wird und sich Verkrampfungen lösen. Bei plötzlich auftretenden Rückenschmerzen kann der Arzt Schmerzmittel, muskelentspannende und entzündungshemmende Mittel verschreiben. Während nach einem Hexenschuss zunächst Schonung und Wärme empfohlen werden, sind dauerhaften Rückenproblemen längerfristig mit regelmäßiger Bewegung entgegenzuwirken, um die Rückenmuskulatur zu stärken. Darüber hinaus unterstützen unter anderem Krankengymnastik, Entspannungsverfahren, Ergotherapie, Chirotherapie, Massagen und Akupunktur die Regeneration.
Unter der Skoliose versteht man eine Verdrehung der Wirbel um die Längsachse und Torsion der Wirbelkörper, begleitet von strukturellen Verformungen der Wirbelkörper. Daher ist sie auch als Wirbelsäulenverkrümmung bekannt. Der Ursprung der seitlichen Verkrümmung kann an verschiedenen Orten der Wirbelsäule manifestiert sein. Eingeteilt werden die Skoliosen nach Entstehungsursache und Erscheinungsform. Skoliosen klassifiziert man nach ihrer Ursache und dem Entstehungszeitpunkt, Krümmungslage, Ausmaß und Ausrichtung. Skoliosen, deren Ursache unbekannt ist, werden als idiopathische Skoliosen bezeichnet. Ist die Ursache geklärt, spricht man von einer symptomatischen Skoliose oder einer sekundären Skoliose. Von einer idiopathischen Skoliose sind vor allem Säuglinge, Kleinkinder, Kinder bis zum 10. Lebensjahr und Jugendliche in der Pubertät betroffen, da ihre Wirbelsäule zu dieser Zeit einem starken Wachstum ausgesetzt ist.
Besteht der Verdacht auf eine Skoliose, wird eine Röntgenaufnahme der gesamten Lenden- und Brustwirbelsäule im Stehen angefertigt. Mit Hilfe der Röntgenuntersuchung kann der Arzt feststellen, an welcher Stelle die Wirbelsäule verformt ist. Aus der Aufnahme lässt sich der Schweregrad der Wirbelsäulenverkrümmung ermitteln. Um die Nerven und Weichteile im Wirbelsäulenbereich genauer beurteilen zu können kann auch eine Untersuchung via MRT angeordnet werden.
Je nach Ursache und Ausprägung der zugrunde liegenden Wirbelsäulenverkrümmung ist eine konservative Therapie angeraten. Der Krümmungswinkel entscheidet über die Art der Behandlung. Diese gehen von der regelmäßigen Krankengymnastik, über die Korsettbehandlung bis hin zur Operation um die Korrektur der Fehlstellung und Stabilisierung des betroffenen Wirbelsäulenaschnitts zu erreichen.
Die Osteoporose ist eine Erkrankung im ganzen Skelett und beschreibt den im Alter entstehenden Knochenschwund. Da die Wirbelsäule den kompletten Rumpf trägt, ist diese davon am meisten betroffen. Die Osteoporose geht mit einer Verringerung der Knochenmasse und Knochenqualität einher. Die Folge sind brüchige Knochen, da sie an Elastizität und Stabilität verlieren. Anders als bei einem traumatisch bedingten Wirbelkörperbruch bedarf es bei der Osteoporose keiner großen äußeren Einwirkung. Bereits geringste Belastungen, wie das Aufheben eines Gegenstands, können die Ursache für einen Wirbelkörperbruch bei vorliegender Osteoporose sein. Die häufigsten Ursachen für Osteoporose sind einseitige Ernährung, zu wenig Bewegung und der sinkende Hormonspiegel in den Wechseljahren bei Frauen.
Zur Diagnose von Osteoporose wird eine sogenannte Knochendichtemessung durchgeführt. Das DEXA-Verfahren (Dual Energy-X-Ray-Absorptiometrie) ist weltweiter Standard und untersucht die Knochendichte. Es erlaubt Rückschlüsse zur Zusammensetzung des Knochens und über Vergleichswerte zur Knochendichte. Die im Knochen enthaltenen Minerale bestimmten maßgeblich die Stabilität und Dichte des Knochens. Eine geringe Knochendichte hat ein erhöhtes Risiko von Frakturen zur Folge. Das DEXA-Verfahren ist das am häufigsten verwendete Verfahren und eine strahlungsarme Röntgenmethode.

Die wichtigste Vorbeugung gegen Osteoporose ist ein gesunder Mix aus Bewegung und Ernährung. Die richtige Ernährung hilft dem Knochen genügend Calcium und Vitamin-D zu liefern. Die ausreichende Bewegung gibt ihm genügend Stabilität und stärkt die umgebende Muskulatur. Wird der Knochenschwund durch eine andere Erkrankung wie etwa eine Überfunktion der Schilddrüse verursacht, ist diese zu behandeln. Haben bestimmte Medikamente eine sekundäre Osteoporose ausgelöst, sollte, wenn möglich, auf Präparate umgestellt werden, die sich weniger negativ auf die Knochendichte auswirken. Bei akuten Wirbelkörperbrüchen wird eine Schmerzbehandlung eingeleitet. Wenn ein bereits länger zurückliegender Bruch chronische Schmerzen verursacht, können Krankengymnastik und physikalische Therapiemaßnahmen (wie Wärmebehandlungen) helfen.