Sportmedizin


Sommerspecial: Kitesurfen – Was sollte man beachten?

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Kitesurfen ist momentan eine der beliebtesten Wassersportarten. Ende der 1990er wurde es populär und erstmals wurden Sportgeräte in Serie produziert. Seitdem ist es auf dem besten Weg, der Trendsportart Windsurfen den Rang abzulaufen. Beim Kitesurfen steht man auf einem Surfboard und lässt sich von einem Kite (Lenkdrachen, auch Windschirm oder Schirm genannt) ziehen. Eine Art Lenkstange verbindet den Sportler über 20–30 m lange Steuerungs- und Sicherheitsleinen mit dem Kite und ermöglicht das Steuern des Drachens. Der Schirm hat eine Durchschnittsgröße von 10 m². Mit dieser Konstruktion ist es fortgeschrittenen Kitern möglich, mehrere Meter über dem Wasser und bis zu 50 m weit zu fliegen. Spitzensportler können beim Kiten Geschwindigkeiten von über 90 km/h erreichen. Gegenüber dem Windsurfen hat es den Vorteil, dass es einfacher erlernt werden kann und auch schon bei geringeren Windgeschwindigkeiten möglich ist.

Typische Verletzungen beim Kitesurfen

Diese neue Sportart ist aber, wie jede Wasser- und Flugsportart, nicht ohne Gefahren. Für Anfänger sind Abschürfungen und Prellungen typisch. Meist passieren diese Verletzungen an Land, während der Kiter auf dem Weg in das Wasser oder heraus ist. Unachtsamkeit oder fehlende Erfahrung sind hier besonders gefährlich. Bei den Profis kommt es bei der Landung, nach meterhohen Sprüngen, vorwiegend zu Verletzungen im Bereich des Sprunggelenks (Bandverletzungen, Knochenbrüche), des Knies (Kreuzband- und Seitenbandverletzungen) und der Schulter. Diese Verletzungen sind ähnlich wie beim Snowboarden. Auch Rippenbrüche können beim Sturz auf die Wasseroberfläche verursacht werden. Eine besondere Belastung erfahren auch die Lendenwirbelsäule und das Schultergelenk. Als ein für diese Sportart typisches Überlastungssymptom lässt sich derzeit der Ermüdungsbruch der 7. bis 9. Rippe bezeichnen. Dieser wird durch den Druck des Trapezgurtes und durch hohe Zug- und Rotationskräfte verursacht. Zusammenfassend kann man sagen, dass bei dieser Sportart besonders das Sprunggelenk, das Knie, die Wirbelsäule und die Schulter gefährdet sind. Laut aktuellen Studien ist aber das Kitesurfen nicht gefährlicher als andere Sportarten. So liegt das Verletzungsrisiko ähnlich hoch wie beim Windsurfen, Skifahren oder Snowboarden.

4 Tipps für einen guten Start

Sollten Sie sich für diese Trendsportart interessieren, möchten wir Ihnen einige Tipps mit auf den Weg geben, wie Sie das Verletzungsrisiko minimieren können:

  • Als erstes raten wir jedem vor dem erstmaligen Ausüben einer solchen Risikosportart zu einer sportmedizinischen Untersuchung. Besonders, wenn Sie in den letzten Jahren Operationen im Bereich des Sprunggelenks, des Knies, der Hüfte, der Wirbelsäule oder der Schulter hatten. Hierbei kann aus medizinischer Sicht abgeklärt werden, ob besondere Risiken für Ihre Gesundheit beim Kitesurfen bestehen. Gerne beraten wir Sie hierzu ausführlich bei uns in der Praxis.
  • Ebenfalls wichtig ist der richtige Umgang mit dem Sportgerät. Dieser sollte während eines Grundkurses erlernt werden. Eine professionelle Sportschule oder ein erfahrener Trainer bieten hier die besten Möglichkeiten. So kann man sicher, für sich selbst und für andere, in die Sportart hineinschnuppern.
  • Das richtige, professionelle Sportgerät ist ebenso wichtig. Die Sportschule oder der Fachhandel können Sie hierzu ausführlich beraten. Darüber hinaus raten wir immer zum Tragen eines Helmes, um Kopfverletzungen vorzubeugen.
  • Wir empfehlen ein Beweglichkeitstraining und gutes Aufwärmen vor jeder Trainingseinheit. Gerne erstellen wir mit Ihnen zusammen ein Trainingsplan, der Kraft und Beweglichkeit in den Sprunggelenken, den Knien, der Hüfte und den Schultern für das Kitesurfen optimiert. Ebenso können wir mit Ihnen zusammen ein speziell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmtes Aufwärmtraining ausarbeiten.

Einen absoluten Schutz vor Verletzungen gibt es natürlich nicht. Aber durch die richtige Vorbereitung kann man sein Verletzungsrisiko minimieren. Bei uns in der Praxis stehen wir Ihnen nicht nur bei medizinischen Fragen zum Kitesurfen kompetent zur Seite, sondern wir beraten Sie auch gerne zu allen gängigen anderen Sportarten.